
Gleich zweimal zog es einen Teil der Rise Above Crew in den letzten Tagen nach Chemnitz: einmal am 22.03.08 zur Eröffnung der neuen Skatehalle und gleich 'ne Woche später zum inoffiziellen, Rise Above-internen Pool-Opening am 30.03.08.
Aber beginnen wir ganz am Anfang. Am gleichen Abend der Halleneröffnung sollte im AJZ eine U.S. Bombs Show stattfinden und auf dem Flyer der Eröffnung stand verheißungsvoll "plus Special Guest". Wir alle freuten uns auf eine Session mit dem "Master Of Desaster" Duane Peters. Leider erreichte mich schon am Samstagmorgen ein Anruf von Axel aus Berlin der mir erzählte, dass Duane noch gar nicht in Deutschland sei. In Chemnitz erfuhr ich dann, dass Duane bereits in den Staaten Stress beim Zoll hatte und deswegen seinen Anschlussflug in Chicago verpasste. Dann wurde zu allem Unglück der Flughafen in Chicago wegen Unwetter geschlossen und somit verzögerte sich die Anreise von Duane um fast drei Tage. Schade, aber nützt ja nüscht.
Als wir in Chemnitz eintrullerten riss die Wolkendecke etwas auf und wir entschieden uns spontan für einen kurzen Zwischenstop am Bowl. Tim, in Fachkreisen auch "Todes-Tim" genannt, stürzte sich kurzerhand mit einem Acid Drop ins Deep End und ballerte mit Mach2 durch die Schüssel. Ryan lieferte seine üblichen Inverts ab und Seppl beglückte sich und uns mit mit ein paar schicken Slasher Grinds. Nach nicht mal fünf Minuten fing es wieder an mit schneien und der Bowl wurde schön glitschig. Tim rastete als erster ein und Verena beendete die kurze Session mit einem fiesen Slam auf den Kopf. Glücklicherweise sah es schlimmer aus als es im Endeffekt war und wir machten uns auf zum neuen Indoor Park. Wir hatten schon ein paar Gerüchte gehört, dass die Halle eher BMX-lastig und der Belag recht weich sei. Nun ja, beide Gerüchte stimmen nur teilweise. Die mittlere Line der Halle ist definitiv was für die BMXer, aber der Rest ist sehr angenehm zu skaten. Die Miniramp hat zu der perfekten Breite eine schön steile Transition und hebt sich angenehm von dem üblichen Rotz ab, den man in jeden Pupsdorf findet. Ansonsten gibt es einen riesigen Wallride, ein London Gap, eine Bank-Table-Bank Konstruktion mit Rails und Ledges, eine Spine, mehrere Quarters und viel zum rum rutschen. Zum Belag ist zu sagen das dieser aus unbeschichtetem Holz ist und er sich deswegen etwas langsamer fahren lässt. Aber weich fand ich es nicht.
Die Halle war sehr gut gefüllt und wir trieben uns logischer Weise eher an der Miniramp rum. Irgendwie war bei mir die Luft raus und ich hatte keine große Lust auf indoor skaten, ich wollte Sommer und frische Luft. Ryan und Seppl dagegen shreddeten die Mini in Grund und Boden. Tim machte seinem Spitznamen wieder alle Ehre und dropte in den Wallride rein. Schönes Ding, runde Sache.
Eine Woche später sah das Wetter 1000x besser aus und bei frühlingshaften Temperaturen machten wir uns wieder Richtung Süden auf. Am Chemnitzer Bowl angekommen konnten wir alles es kaum erwarten in die Schüssel reinzudroppen. Nach ein paar Runden hatten sich alle an die Transition gewöhnt und die ersten Burner wurden ausgepackt. Ryan rulte mit Peters-Style Roll Out to Drop im Deep End, Inverts, Slashern und Crail Slides. Seppl packte seine signature Trick FS Layback Rock'n'Roll aus und auch Nobbi lehnte sich weit zurück. Action Dirk rockte mit Ollies to Tail und One Foot Wallrides to Fakie. Karsten raste durch den Bowl als würde er vom Teufel verfolgt werden und schüttelte lässige Corner Grinds aus dem Ärmel. Verena und ich cruisten eher entspannt durch die Schüssel und ein paar Küsse mit dem, leider etwas klein geratenem, Coping waren auch drin. Gegen Abend verließen uns alle langsam die Kräfte und die Slams wurde häufiger und Härter. Es muss ein lustiges Bild gewesen sein: eine Gruppe kommt am frühen Nachmittag hüpfend vor Freude am Pool an und am Abend schleicht sich die gleiche Gruppe gebückt und teilweise auf die Boards gestützt zum Auto zurück. Aber die Saison wurde erst eingeläutet und wir freuen uns alle auf die weiteren Sessions an den mittlerweile recht zahlreichen Betonlöchern in diesem Land. Wir sehen uns!
Text: Basti, Photos: Ryan van Rensburg (ausser Indoor Park Overview)